Die Geschichte des Parketts

Die Verwendung von Parkett als Bodenbelag reicht bis ins europäische Mittelalter zurück. Die ältesten Belege für Parkettböden stammen aus dem 13. Jahrhundert und wurden in Frankreich und England gefunden. In dieser Zeit wurden Parkettböden noch aus einfachen Dielen aus Weichhölzern wie Fichte, Kiefer oder Tanne hergestellt.

Im 16. Jahrhundert wurde Parkett in Frankreich zu einem beliebten Bodenbelag in den Häusern der wohlhabenden Bevölkerung. In dieser Zeit wurden auch die ersten kunstvollen Verlegemuster entwickelt, wie das Fischgrätmuster oder das Würfelmuster.

Im 17. und 18. Jahrhundert verbreitete sich Parkett auch in anderen europäischen Ländern, wie Deutschland, Italien und den Niederlanden. In dieser Zeit wurden Parkettböden auch in öffentlichen Gebäuden, wie Schlössern, Palästen und Kirchen, verlegt.

Im 19. Jahrhundert wurde Parkett auch in den USA und in anderen Teilen der Welt populär. In dieser Zeit wurden auch neue Verlegetechniken und Oberflächenbehandlungen entwickelt.

Im 20. Jahrhundert erlebte Parkett eine Renaissance. In den 1970er Jahren wurde Parkett als ökologischer und wohngesunder Bodenbelag wiederentdeckt.

Besondere Verwendung durch Architekten

Parkett wurde von vielen bedeutenden Architekten verwendet, um Räume zu gestalten und zu repräsentieren. Zu den bekanntesten Beispielen gehören:

  • Andrea Palladio (1508-1580), ein italienischer Architekt des Barock, verwendete Parkett in vielen seiner Villen und Palästen. Er bevorzugte einfache Verlegemuster, wie das Fischgrätmuster oder das Schachbrettmuster.
  • Jean-François Blondel (1683-1756), ein französischer Architekt des Rokoko, verwendete Parkett in vielen seiner Schlösser und Paläste. Er bevorzugte kunstvolle Verlegemuster, wie das Würfelmuster oder das Sternmuster.
  • Karl Friedrich Schinkel (1781-1841), ein deutscher Architekt des Klassizismus, verwendete Parkett in vielen seiner öffentlichen Gebäude, wie dem Berliner Schauspielhaus oder dem Alten Museum. Er bevorzugte einfache Verlegemuster, wie das Fischgrätmuster oder das Schachbrettmuster.
  • Louis Sullivan (1856-1924), ein US-amerikanischer Architekt des Jugendstils, verwendete Parkett in vielen seiner Hochhäuser. Er bevorzugte einfache Verlegemuster, wie das Fischgrätmuster oder das Schachbrettmuster.
  • Le Corbusier (1887-1965), ein Schweizer Architekt des Internationalen Stils, verwendete Parkett in vielen seiner Häuser und Villen. Er bevorzugte einfache Verlegemuster, wie das Fischgrätmuster oder das Schachbrettmuster.

Arten von Parkett

Parkett kann in zwei Hauptgruppen unterteilt werden: Massivparkett und Mehrschichtparkett.

Massivparkett besteht aus einem Stück Vollholz. Es ist die ursprünglichste und edelste Art von Parkett. Massivparkett ist sehr langlebig und kann bei Bedarf abgeschliffen und neu versiegelt werden.

Mehrschichtparkett besteht aus mehreren Schichten. Die oberste Schicht besteht aus einem Stück Vollholz, die darunter liegenden Schichten können aus Holzwerkstoffen bestehen. Mehrschichtparkett ist günstiger als Massivparkett und einfacher zu verlegen. Allerdings ist es nicht so langlebig und kann je nach Nutzschichtdicke 2 bis 3 Mal abgeschliffen werden.

Verlegemuster

Parkett kann in verschiedenen Mustern verlegt werden. Die gängigsten Verlegemuster sind:

  • Englischer Verband/ Regelmäßiger Verband/ Halbverband Die bevorzugte Wahl unter den Verlegemustern ist zweifelsohne der Englische Verband. Hierbei sind die Stäbchen stets präzise um eine halbe Länge verschoben, weshalb dieses Muster auch als „Halbverband“ bekannt ist.
  • Wilder Verband/ Unregelmäßiger Verband/ Schiffsboden Gleich dem Prinzip des Englischen Verbands erfolgt die parallele Verlegung der Stäbchen auch beim Wilden/Unregelmäßigen Verband. Der markante Unterschied liegt darin, dass der Versatz nicht genau festgelegt, sondern eher willkürlich gewählt ist. Aufgrund der Assoziation mit der Beplankung eines Schiffes trägt dieses Verlegemuster auch den Namen „Schiffsboden“..
  • Parallelverband Das akkurateste Verlegemuster, bei dem die Stäbchen streng parallel angeordnet sind. Diese präzise Ausrichtung schafft ein harmonisches und entspanntes Bodenbild. Es ermöglicht zudem die geschmackvolle Kombination verschiedener Holzfarben, ohne dass es das Auge stört. Der Parallelverband eignet sich somit für jeden Raum und jede Holzart. Nicht umsonst ist dieses Muster das am weitesten verbreitete bei industriell gefertigtem Parkett.
  • Leiterverband Der Leiterverband, auch als Leiterboden bekannt, basiert auf einem Parallelverband. Zu den streng parallel verlegten Stäbchen gesellt sich eine Reihe von Stäbchen, die um 90 Grad gedreht sind. Der visuelle Effekt besteht darin, dass der Raum durch diese Reihe optisch leicht verlängert wird, ohne dabei zu viel Unruhe durch das Muster zu erzeugen.
  • Fischgrätmuster Beim Fischgrätmuster werden die Stäbchen im rechten Winkel zueinander verlegt, sodass sie ein V bilden. Die volle Wirkung dieses Verlegemusters entfaltet sich jedoch vor allem in großzügigen Räumen, die nicht zu überladen wirken. Eine interessante Variation ist das Französische Fischgrät, bei dem die Parkettstäbe an beiden Seiten abgeschrägt und dann miteinander verbunden werden.
  • Würfelmuster/Tafelmuster Verschiedene, parallel verlegte Stäbe sind in diesem Muster zu Quadraten arrangiert. Diese Quadrate werden anschließend sowohl senkrecht als auch waagerecht gegeneinander verschoben. In der Parkettbranche wird dieses Verlegemuster auch als Tafelmuster bezeichnet. Die schachbrettartige Anordnung verleiht dem Boden eine gewisse Nüchternheit. Dieses Muster war bis in die 1960er-Jahre sehr gefragt und ist noch heute in manchen Häusern aus dieser Ära zu finden.
  • Altdeutscher Verband Der Altdeutsche Verband weckt Assoziationen zu einem Flechtmuster. In diesem Muster werden zwei Stäbe parallel verlegt, und an den beiden Enden schließt sich dann ein Stab im rechten Winkel an. Die nächste Einheit wird genau um die Hälfte der Längsstäbchen versetzt. Dies führt zu einem Ornament, das äußerst dekorativ wirkt und dank seiner streng geometrischen Form dennoch nicht aufdringlich ist.

Fazit

Parkett ist ein eleganter und zeitloser Bodenbelag, der in vielen verschiedenen Stilen eingesetzt werden kann. Es ist ein langlebiger und wohngesunder Bodenbelag, der bei Bedarf abgeschliffen und neu oberflächenbehandelt werden kann.